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Eine Reise ins Land der Katharer

'Als das Abendland seine Chance verlor Frau zu bleiben'
- politische Auswirkungen des Albigenserkrieges


Als Bildungsurlaub anerkannt!

"Das Abendland verlor seine Chance, Frau zu bleiben", als die Troubadourgesellschaft des urbanisierten, toleranten Midi des Mittelalters im Albigenserkrieg, Kreuzzug des Papstes gegen die pazifistische Religion der Katharer, unterging.
Die Folgen - Annexion des Südens an die französische Krone, Kulturdiktat, Einrichtung der Inquisition - haben die politische Landschaft Europas entscheidend geprägt.
Eine Reise zu den Hochburgen des Katharismus bringt uns das Drama der WiderständlerInnen und ihre Philosophie anhand von schriftlicher, aber auch mündlicher Überlieferung nahe.
Ein Geschichtenerzähler kommt zu Wort.

Was hat es mit den trutzigen Katharer-burgen auf sich, die uns im Süden Frankreichs begegnen? Die Kriege im ausgehenden Mittelalter gegen die Katharer und Albigenser haben Europa verändert: Für Engels war es die "Spitze der kulturellen Entwicklung Europas", die im 13. Jh. mit den Truppen des Nordens, eingesetzt im grausamen Kreuzzug gegen die religiöse "Sekte" der Katharer, hier niedergemetzelt wurde, für Lévy-Strauss hat "damals das Abendland seine Chance verloren, Frau zu bleiben."

Begeben wir uns an ausgewählten Orten wie Béziers, Minerve, Carcassonne, Montségur, Quéribus ... auf Spurensuche! Quellen und mündliche Überlieferung bringen uns die dramatischen Ereignisse, aber auch das Alltagsleben dieser Zeit nahe, wir stoßen auf ein verblüffend hohes politisches Selbstbewusstsein von Frauen und Männern unterschiedlichster Schichten, eine andere Seite des düsteren, brutalen Mittelalters! Tatsächlich ließ die ökonomisch-gesellschaftlich starke Position der Frau im Süden kein Geschlechter-verhältnis begründet auf dem Recht des Stärkeren zu. Die u.a. damit verbundene Veränderung des Triebhaushaltes verbannte das Ideal des Kriegers und setzte das Ideal des "zivilisierten" Menschen dagegen, der sich mit Minnelyrik, Rechtsfragen und religiös-philosophischen Themen auseinandersetzt.

Diese offene Troubadourgesellschaft zog unorthodoxe religiöse Gruppen an, wie die Katharer. Der Kreuzzug gegen sie schlug in einen Kolonialkrieg um und endete mit einem gewaltigen Schub der Bodenakkumulation des nordfranzösischen Königshauses. Mit dem polizeistaatlichen Instrument der Inquisition wurden die Katharer ausgerottet und die Diskussionsfreudigkeit im Klima der Angst erstickt! Und doch entwickelte sich im Kampf unzähliger Frauen und Männer gegen die Vernichtungsmaschinerie so etwas wie eine "Kultur des Widerstandes"!
In dieser Tradition sah sich die Regionalismusbewegung der 70er Jahre. Was ist aus ihrer Idee des "Europas der Regionen" geworden? Welchen Stellenwert hat sie in der aktuellen Diskussion? In dem von der Geschichte zur heutigen Zeit gespannten Bogen werden leitmotivisch folgende Fragen problematisiert:

  • Funktion der kollektiven Identität
  • Was ist Toleranz, und welche Ängste stehen ihr entgegen?
  • Bedingungen nationaler/regionaler Prägung
  • Die Rolle der Frau im Prozess der Zivilisation

Referent/in: Konstanze Baade, (Historikerin),

Termin: 05.Juli - 12.Juli 2014
Kurs-Nr.: P01
Ort: St. Jean de Buèges (50 km nordwestlich von Montpellier) mit Exkursionen in die Gegend von Montségur
Gebühr: 780 €
(7 x VP/Kurs/ 7 Übernachtungen im DZ, davon 4 außerhalb/ Fahrten/ Eintrittspreise/Übersetzungen)
Einzelzimmerzuschlag:
130 €
Leistungen: Vollpension - Fahrten ab Montpellier - Vollpension und 2-Bettzimmer in Hotels und gepflegten Wanderherbergen - Begleitung von Fabien Bages, okzitanischer Geschichtenerzähler, Autor, Dramaturg und Hauptdarsteller von Theaterstücken über die Katharer, und einer Historikerin und Übersetzerin.
Unterkunft: Die 'Aire de la Séranne' ist ein zu einem Gîte umgebautes altes Gebäude mitten im Dorf.
Hier ist der Ausgangs- und Endpunkt des Bildungsurlaubs. Dazwischen fährt die Gruppe mit dem Kleinbus Richtung Montségur und Carcassonne, vier Übernachtungen sind dort in Hotels und Wanderherbergen geplant.
Anreise: eigene Anreise, Abholservice gegen Gebühr möglich.

Mit der Bahn
Bis Bahnhof Montpellier fahren (mit TGV oder Liegewagenzügen über Nacht - Reservierung unbedingt zu empfehlen!). Von dort mit der Tram Ligne N° 1 Direction Mosson bis Station Occitanie, Abholung am Stadteingang von Montpellier Station Occitanie vereinbaren oder den Überlandbus N° 108 Richtung Le Vigan nehmen. In St. Martin de Londres aussteigen - dort Abholung von uns. Fahrpläne bis Montpellier gibt es bei der Deutschen Bahn, Preisauskünfte dazu jedoch nur am Schalter oder im Reisebüro. Besondere Vorausbucher-Vergünstigungen für Frankreich findet man auf der Website der französischen SNCF.de.

Mit dem Auto
Autobahn Richtung Spanien nehmen, bereits in Nîmes Autobahnabfahrt Nîmes Ouest abfahren. In Nîmes 4 km Richtung Alès fahren, dann über St. Hippolyte du Fort nach Ganges (ca. 70 km), von Ganges 17 km südwärts nach St. Jean du Buèges (über Brissac oder St. Bauzille). Die Anfahrt mit dem Auto über Montpellier (anstatt Nîmes) ist nur für Navigationsfreaks mit genauem Stadtplan ratsam!

Mit dem Flugzeug
Abholung vom Flughafen Montpellier vereinbaren. Günstige Flüge ab Frankfurt-Hahn (Ryanair)

Mit dem Bus:
Die Buslinien "Eurolines" fahren von verschiedenen deutschen Städten über Montpellier nach Spanien. Sie stoppen an der Tramstation "Sabines", von dort mit der Tram No. 2 zum Bahnhof, am Bahnhof Ligne N° 1 Direction Mosson bis Station Occitanie, Abholung am Stadteingang von Montpellier an der Station Occitanie.

Transferkosten:
Flughafen Montpellier:
1 Person: 65 €
2 Personen: 35 € p.P.
3 Personen: 25 € p.P.
4 Personen: 20 € p.P.

Bahnhof Montpellier
Tramhaltestelle am Bahnhof Ligne N° 1 Direction Mosson bis Station Occitanie, Abholung am Stadteingang von Montpellier Station Occitanie:
1 Person: 54 €
2 Personen: 30 € p.P.
3 Personen: 20 € p.P.

St. Martin de Londres:
1 Person: 17 €
2 Personen: 10 € p.P.
3 Personen: 8 € p.P.

Zur Bildung von Fahrgemeinschaften bitte beim VAE nachfragen !


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