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Kulturelle Vielfalt und Integration Diyarbakir, Mardin - Südosttürkei
Der Bildungsurlaub kann aufgrund der derzeitigen politischen Lage Lage in der Region nicht durchgeführt werden.
Als Bildungsurlaub anerkannt!
 In der deutschen Debatte um Migration und Integration spielt die Türkei eine besondere Rolle. Lt. statistischem Bundesamt stellt im Jahr 2007 der Anteil an MigrantInnen aus der Türkei mit 25 % die größte Gruppe dar.
Die Türkei ist alles andere als ein homogener Staat und durch eine große Vielfalt an Kulturen und Bevölkerungsgruppen geprägt. Im Zusammenhang mit der EU-Diskussion sowie der wirtschaftsliberalen Ausrichtung der aktuellen Regierung hat das Bewusstsein der Berechtigung verschiedener Kulturen innerhalb eines türkischen Staates neuen Auftrieb bekommen. Dies sollte sich auch in der deutschen Integrationsdiskussion niederschlagen: So stellt die Bundeszentrale für politische Bildung bereits 2002 fest: "Die türkischstämmige Bevölkerung in Deutschland ist inzwischen so heterogen, dass die Erstellung einer Integrationsbilanz für die Gruppe "der Türken" fast unmöglich ist.
Der Bildungsurlaub richtet sich entsprechend an politisch Interessierte, die sich – beruflich oder privat – mit den Themen Migration und Integration beschäftigen. Der Südosten der Türkei bietet sich für diese Thematik besonders an. Hier kristallisiert sich der Widerspruch zwischen kulturell begründeten Ansprüchen auf Eigenständigkeit und repressiven nationalistischen, häufig militärischen Konzepten. Dabei möchten wir zeigen, dass wir es hier nicht mit einer für uns fernen Erscheinung zu tun haben, sondern einer im europäischen Kontext vielerorts virulenten Gemengelage, wie wir sie entsprechend auch in unserer eigenen Gesellschaft vorfinden.
Diyarbakir als kurdisches Zentrum Südostanatoliens, ist ein Zentrum der Politik, Wissenschaft, Kunst, Kultur und Wirtschaft. Entsprechend begegnen wir hier VertererInnen wichtiger staatlicher und nichtstaatlicher Initiativen, die sich politischen, sozialen und kulturellen Themen widmen.
Diese finden wir auch in der vor ca. 3000 Jahren gegründeten Stadt Mardin mit ihrer erhaltenen Altstadt, die insgesamt durch Mehrsprachigkeit (Arabisch, Kurdisch, Aramäisch und Türkisch) und das Zusammenleben von Religionen und ethnischen Bevölkerungsgruppen geprägt ist.
Weiterhin planen wir den Besuch zweier weiterer zum historischen Verständnis wichtiger Orte: Midyat und Hasankeyf, im Falle von Hasankeyf auch tagespolitisch sehr brisant:
Midyat liegt in der Gegend Tur Abdin und war ein Zentrum der Assyrer, der syrisch-ortadoxen Christen. Durch die Verfolgung durch Türken und Kurden emigrierten viele Assyrer (Aramäer)Ende der 70'er Jahre nach Europa, in den USA, nach Kanada oder Australien. Heute leben in Tur Abdin nur wenige Assyrer. In der Gegend Tur Abdin, zwischen Mardin und Midyat befinden sich viele alte Kirchen und Klöster. Ihre feine Arbeit als Gold- und Silberschmiede sind Assyrer sehr bekannt.
Hasankeyf ist ein altes Dorf mit historischen Monumenten am Tigris. Durch das geplante Ilisu-Staudammprojekt werden neben Hasankeyf noch 60 Dörfer unter Wasser verschwinden. Die Umweltschützer, Denkmalschützer und Archäologen versuchen mit den Einwohnern den Bau des Staudammes zu verhindern.
Programm:
Mardin
- Aktuelle politische Informationen über die Ost-Türkei
- Geschichte der Vielvölkerstadt Mardin,
Koexzistenz der unterschiedlichen Sprachen, Völker und Religionen
- Besuch der Universität Artuklu – Institut der lebenden Sprachen
(Thema: Sprache als Ausdruck eigenständiger Kultur im Kontext nationalstaatlicher Macht)
- Besuch der Frauenberatungsstelle KAMER
(Thema: Gewalt gegen Frauen, Ehrenmorde, Zwangsheirat)
Midyat
- Besuch des Vereins Midyat Süryani Kültür Derneği (Aramäischer Kulturverein von Midyat)
Diyarbakir
- Besuch der Kooperative UMUT IŞIĞI KADIN KOOPERATİFİ (Frauenkooperative Hoffnungsschimmer)
- Besuch der Bibliothek Astrid Lindgren – Bibliothek der kurdischsprachigen Kinderbücher
- Besuch des Vereins KURDİ-DER (Thema: Kurdisch als Muttersprache)
- Besuch des Zentrums in SÜMERPARK – Frauen-, Jugend- und Kinderarbeit der Stadtverwaltung
- Besuch einer Gemeinschaftswäscherei und Bäckerei in SURİÇİ (Das Viertel SURİÇİ ist von der
uralten Stadtmauer umgeben. Die Einwohner des Viertels leben in sehr armen Verhältnissen.)
Thema: Kurdische Frauenbewegung – Geschichte und Gegenwart
- Besuch der Bürgermeisterin vom Bezirk BAĞLAR
| Termin: |
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| Kurs-Nr.: | P11 |
| Ort: | Mardin - Midyat - Diyarbakir |
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| Leistungen: | Programm, Ü/F in 3-Sterne-Hotels,
Transporte vor Ort, eigene Anreise
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| Unterkunft: | Ü/F in 3-Sterne-Hotels |
| Anreise: | Eigene Anreise!
Auf Wunsch koordinieren wir eine gemeinsame An- und ggf. auch Rückreise
(Flug Frankfurt-Diyarbakir / Diyarbakir-Frankfurt).
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Änderungen vorbehalten!
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