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2024

Barcelona - Resilienz-City

Eine touristisch überprägte Metropole entwirft ein sozial- und umweltverträgliches Stadtmodell.
17.03.2024 - 23.03.2024

Als Bildungsurlaub beantragt

Ada Colau, die aus Zivilcourage und sozialem Engagement als erste Frau ins Bürgermeisteramt der Stadt gewählt wurde, zählt laut time-out (s.u.) zu den 50 Menschen weltweit, die, global denkend, am aktivsten lokal handeln (regieren), und dazu beitragen, die Welt nach sozial-und umweltverträglichen Gesichtspunkten zu verändern. 

Was hat sich seit ihrem Amtsantritt 2016, innerhalb von zwei Legislaturperioden in Barcelona verändert? Welche neuen Weichen gestellt und verbindliche Massnahmen für zukünftige Regierungsparteien geschaffen? Inwiefern blickt die Stadt bereits auf eine Tradition des sozialen und emanzipatorischen Kampfes sowie eines fortschrittlichen Handelns zurück?

Der vorliegende BU-Vorschlag beschäftigt sich vornehmlich mit der Erörterung des nun mehr verbindlichen, ganzheitlichen Planungskonzeptes „Barcelona Green Deal“ zur Einhaltung der vorgegebenen Nachhaltigen Entwicklungsziele der AGENDA 2030 einerseits und als Vorlage für die führende Rolle der Stadt im Rahmen des MCR2030 (Making Cities Resilient). Nachhaltigkeit alleine hat bislang nicht geholfen, es bedarf eines weiteren Leitmotivs: die Resilienz, also die Fähigkeit auf Krisenreaktionen vorbeugend, vorbereitet und resolut zu reagieren. Da schätzungsweise im Jahre 2030 zwei Drittel der Weltbevölkerung in Metropolen leben werden, sind Resilienzstrategien hauptsächlich für Städte zu begreifen. Aufgrund seiner diesbezüglichen Musterrolle ist Barcelona von MCR zum Zentrum globaler Resilienz erkoren worden. Zudem ist die Bürgermeisterin Präsidentin des C40, das grösste global-metropolitane Netzwerk zur Bekämpfung der Klimakrise.

Darüber erfahren die Kursteilnehmer bei zwei amtlichen Terminen in der Stadverwaltung (Ajuntament) einerseits, und im metropolitanen Verwaltungsorgan (AMB) andererseits über Barcelonas Resilienzplan im Rahmen der angesteuerten Nachhaltigkeitsagenda 2030: Verkehrs-, energie- und umweltpolitische Massnahmen, welche von der Lokalregierung durchgeführt oder gefördert werden, mit dem Ziel den grossen Herausforderungen wie Klimanot und sozialer Ungerechtigkeit zu begegnen, wie z.B. die aktuellen Verhandlungen zur Kommunalisierung des Wassers bzw. bezüglich der „Energiearmut“ oder dem Entgegenwirken der Gentrification.

Leitmotiv für diese neuen Strukturanpassungsmaßnahmen ist die Diversifizierung der Ökonomie, welche an eine räumliche Neu-Zuordnung von sechs Stadtgebieten gekoppelt ist; unser Fallbeispiel, das wir besuchen, befindet sich im Bloc4BCN des Planungsgebiets Montjuic: Can Batlló.

Bloc4BCN-Can Batlló

  • Nach über 30 Jahren begann man, eingedenk bitterlicher Nachbarschaftskämpfe die versprochene  Transformation einer großräumigen Industriebrache zu vollziehen. Heute ist das Gelände bereits ein buntes, kreatives Kleinod gesellschaftlichen Wirkens.  Es soll zum wichtigsten Pol für die Förderung des Genossenschaftswesens im südlichen Europa ausgebaut werden. Auf 4.500 m2 wird es Platz für 60 Unternehmen geben, die sich der Solidar- und Sozialwirtschaft verschreiben.  
  • Parallel hierzu wirkt ein flächendeckendes Ateneu-Netzwerk mit ähnlichem inhaltlichen Format. Aus einer komparativen, historischen Perspektive erfahren wir über das Athenäum als katalanische Bildungs- und Kulturinstitution, was seit Ende des  19. Jahrhunderts der Wissensverbreitung dient. Als Gegengewicht zum amtlichen Diskurs richtet sich das Augenmerk nunmehr auf Impulse, die aus der Zivilgesellschaft herrühren.

Raval und Collserola-Park

  • Zur Verdeutlichung aller theoretischen Ausführungen nehmen wir uns die Besichtigung des Altstadtviertels El Raval vor, begleitet vom BU-Referent und einem Vertreter des anarchistischen Gewerkschaftsbundes CNT; dabei stehen Themen wie Gentrification, Stadtgeschichte und -soziologie im Vordergrund.
  • Ein Perspektivwechsel bietet die Collserola-Bergkette, mit ihren über 8000 ha einer der grössten Stadtparks Europas. Anhand der Führung eines Forstingenieurs soll sein übergeordneter ökologischer Stellenwert für die Metropole erläutert werden.

 

Referent/in:
Martin Paulus
Bezeichnung:
Barcelona - Resilienz-City
Kurs-Nr.: / Termin:
P23_93_01: 17.03.2024 - 23.03.2024
Ort:
Barcelona
Gebühr:

890 € (mindestens 8 Teilnehmer:innen)
EZ-Zuschlag: 320 €

Leistungen:

Seminargebühr, Übersetzungen
6 Ü wie gebucht mit DU/WC im Zimmer, Frühstück kann organisiert werden.
eigene Anreise

Unterkunft:

zentral gelegenes ordentliches Hotel nähe Placa d'Espanya

Anreise:

eigene Anreise
Wir empfehlen die Anreise mit der Bahn, Reisezeit ab Frankfurt über Paris oder Strasbourg/Lyon in zwischen 11:40 und 12:36 Std.


Hinweis:
Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei.
Änderungen vorbehalten!

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  Letzte Änderung: 24.11.23
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